Frisch eingeschenkt

+++ Frisch eingeschenkt +++

Schweizer Meisterschaft der Biersommeliers

Die vom Schweizer Brauerei-Verband organisierte Schweizer Meisterschaft der Biersommeliers war ein Kräftemessen der besten Biersommeliers der Schweiz. Der Wettkampf startete mit Kopfarbeit: In der ersten Disziplin wurde das Bierwissen anhand eines anspruchsvollen Theorietests abgefragt. Nach einer kurzen Pause begann der praktische Teil der Meisterschaft. Die Wettkämpfer mussten in Bierproben typische Aromen, aber auch Fehlaromen, wie der Geschmack nach Banane, gekochtem Gemüse oder gar ranziger Butter, erkennen. Nach einer Erholungsphase folgte die dritte Disziplin, bei der die Biersommeliers zehn Biere anhand einer Blinddegustation verschiedenen Bierstilen zuordnen mussten. Die Gläser wurden geschwenkt, der Inhalt angeschaut, gerochen und verkostet.

Die zehn besten Biersommeliers der Vorrunden qualifizierten sich für das Halbfinale, wo die eigentliche Paradedisziplin eines jeden Bier-Sommeliers gefordert war: die Bierpräsentation. Die Halbfinalisten brachten selber ein Bier mit, welches sie der Jury präsentieren mussten. Die Jury setzte sich zusammen aus: Carmen Wyss, Biersommelière und Kommunikationsexpertin, Philipp Wach, Ausbildungsverantwortlicher Romandie GastroSuisse, Philippe Corbat, Bierliebhaber und Kenner der Schweizer Bierszene, Patrick Thomi, Vize-Weltmeister der Bier-Sommeliers 2019, Martin Droeser, Schweizer Meister der Biersommeliers 2018, und Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbandes. Zur Bierpräsentation gehörten unter anderem der korrekte Ausschank, die beschreibende Degustation mit sensorischen Eigenschaften des Bieres, die Vorstellung von passenden Essenskombinationen und Hintergründen des Bierstils. Die Gestaltung lag dabei in der Verantwortung jedes einzelnen Bier-Sommeliers. Die Biersommeliers traten im Halbfinale im Direktduell gegeneinander an, wobei der jeweilige Sieger ins Finale vorstieß, wie auch der Beste der Verlierer.

Das Finale war ebenfalls der Bierpräsentation gewidmet, wobei die sechs Finalisten je drei verschiedene Biere zur Auswahl erhielten und daraus ihren Favoriten präsentierten. Die Biersommeliers schenkten die Biere ein, degustierten sie, beschrieben die Eigenschaften und versuchten so, die Jury und das Publikum im Saal von sich zu überzeugen. Das Publikum, bestehend aus Bierliebhabern der ganzen Schweiz, unterstützte die Finalisten lautstark. Alle Präsentationen waren auf hohem Niveau und machten der Jury die Entscheidung nicht leicht. Am Schluss setzte sich Giuliano Genoni (Capolago) knapp vor Gregor Völkening (Affoltern am Albis) und Lukas Porro (Zürich) durch. Cindy Elsenbast (Luzern) folgte auf Rang 4, Claude Preter (Rheinfelden) auf 5, Petra Elsenbast (Luzern) auf 6 und Melitta Costantino (Sion) auf 7. Giuliano Genoni darf sich nun Schweizer Meister der Biersommeliers nennen und wird zusammen mit den Rängen 2 bis 7 die Schweiz 2022 an der Weltmeisterschaft in München vertreten.

Biersommelier Ausbildung: 10 Jahre Jubiläum

Die Ausbildung zum Schweizer Biersommelier feiert dieses Jahr das zehnjährige Jubiläum. Im Jahr 2010 hat der Schweizer Brauerei-Verband die Schirmherrschaft über die Biersommeliers Ausbildung der Brauakademie Doemens in der Schweiz übernommen. Damit wurde ein erster Schritt getan, die Bierkompetenz in der hiesigen Gastronomie zu erhöhen. Ein Jahr darauf startete der vom SBV und GastroSuisse entwickelte Lehrgang zum Schweizer Biersommelier erstmals und traf den Nerv der Zeit. Die Biervielfalt sowie die Anzahl Brauereien in der Schweiz nahmen rasant zu. Bierwissen war daher immer mehr gefragt und der Schweizer Biersommelier sprang in die Bresche. In den letzten zehn Jahren konnten knapp 600 Bierexpertinnen und Bierexperten ihre Zertifikate erlangen und sorgen dafür, dass das Bierwissen in der Gastronomie und darüber hinaus verbreitet wird.

Die Sieger der Schweizer Meisterschaft der Bier-Sommeliers: v.l.n.r. Gregor Völkening, Giuliano Genoni und Lukas Porro