Frisch eingeschenkt

+++ Frisch eingeschenkt +++

Italien lässt alte Tradition der „Weinfenster“ wieder aufleben

Wie verschiedene Tageszeitungen berichteten, werden an einer Reihe von Lokalen in Florenz aktuell sog. Weinfenster eingesetzt, um mit Abstand Getränke servieren zu können.

Während die Fenster früher für Wein genutzt wurden, wird heute alles von Aperol Spritz Cocktails bis hin zu Espressi und Eiscreme durch die Luken serviert.

Laut dem florentinischen Gelehrten Francesco Rondinelli traten die Weinfenster im Florenz des 17. Jahrhunderts in Erscheinung, um die Ausbreitung der Pest in der Stadt zu verhindern. Wenn die Florentiner Wein brauchten, konnten Sie an den hölzernen Fensterladen klopfen und die Tavernenbesitzer füllten Ihre Flasche mit lokalen Weinen durch das Fenster, um direkten Kontakt zu vermeiden. Die Kunden bezahlten damals, indem sie eine Münze auf ein Tablett legten, das vom Wirt regelmäßig mit Essig desinfiziert wurde, wie es heißt.

Die erste schriftliche Erwähnung der Verwendung von Weinfenstern in Florenz stammt aus dem Jahr 1634. Nach und nach sind sie in Vergessen geraten und zum Teil verschwunden, viele gingen bei den Überschwemmungen von 1966 verloren.

Aktuell sind in Florenz über 150 Weinfenster wieder geöffnet worden. Die Fenster, bekannt als „buchette del vino“, werden von der Vereinigung der Weinfenster betreut, die 2015 von drei Florentinern gegründet wurde.

Ein Cocktail wird durch das „buchetto del vino“ serviert. (Foto: Buchette del Vino Associazione Culturale)