Frisch eingeschenkt

+++ Frisch eingeschenkt +++

„Führerwein": Wirt bekommt Ärger wegen Hitler-Etiketten

Ob geschmacklos auch auf den Inhalt zutrifft, ist nicht gesagt, für die Verpackung passt das Wort aber definitiv: Weil er in seiner Kneipe hinter dem Tresen Weinflaschen mit Etiketten im Regal präsentierte, die Adolf Hitler zeigen und unter anderem mit dem Schriftzug „Sieg Heil!" versehen sind, rückte nun der Staatschutz beim Wirt an. Die Flaschen wurden beschlagnahmt und gegen den 49-Jährigen wird nun wegen eines Verstoßes gegen Paragraph 86 a des Strafgesetzbuchs, „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" ermittelt. Darauf stehen Geldstrafen oder bis zu drei Jahre Freiheitsentzug.

Laut n-tv ist in Norditalien der sogenannte „Führerwein" ein Verkaufsschlager, diverse Winzer etikettieren ihre Erzeugnisse mit Hitler-Portraits, nationalsozialistischen Parolen oder Hakenkreuzen. Mussolini oder Stalin seien ebenfalls beliebte Motive. An Tankstellen an der Brennerautobahn werden die Flaschen häufig als Souvenirs angeboten und sorgen bei deutschen Reisenden bisweilen für Irritationen, wie es heißt. In Deutschland ist das öffentliche Zurschaustellen von Nazi-Motiven verboten, man kann die entsprechenden Weine aber problemlos aus dem Ausland bestellen, zusammen mit „Führer-Bier" oder „Wehrmachtsschnaps".

 

 

(Foto: picture alliance / dpa)