Frisch eingeschenkt

+++ Frisch eingeschenkt +++

Australien: Neue Verwertungsmethode für rauchgeschädigte Trauben

Simon und Narelle haben ihr Weingut nach den Buschbränden von 2019 wieder aufgebaut.

Ein Winzer aus Woodside bei Adelaide hofft, die vom Rauch des Buschfeuers in Cudlee Creek im Jahr 2019 verdorbenen Trauben in etwas Wertvolles verwandeln zu können. Simon Tolley vom Weingut Simon Tolley Wines in Woodside nimmt an einer Forschungsstudie der Universität Adelaide teil, um herauszufinden, ob seine verdorbenen Trauben zu Brandy destilliert werden können.

"Wir hoffen, dass wir in etwa zwölf Monaten einen Brandy oder Gin mit Rauchgeschmack an unserer Kellertür anbieten können", sagt Simon. "Das Projekt wird hoffentlich anderen vom Rauch betroffenen Erzeugern helfen und ihnen mehr Möglichkeiten geben, mit dem aussortierten Obst umzugehen, anstatt es auf den Müll zu werfen."

Simon und seine Frau Narelle, Weinbauern in fünfter Generation, verloren ihre gesamte Ernte entweder direkt durch das Feuer oder durch Rauchschäden der Brände, die Brände am 20. Dezember 2019 ausbrachen. Die Flammen zerstörten insgesamt 25.000 Hektar in den Adelaide Hills und vernichteten Dutzende von Häusern, Schuppen, Fahrzeugen, Weinbergen und zahllose Viehherden.

Das Forschungsprojekt wird von Hugh Holds von der University of Adelaide geleitet, der die Auswirkungen des Klimawandels auf die Brandy-Produktion in Australien untersucht. "In diesem Zusammenhang untersuche ich die Verwendung von durch Rauch geschädigten Früchten bei der Herstellung von Branntwein, um die Auswirkungen auf die Geschmacksentwicklung und die Akzeptanz beim Verbraucher zu bewerten", sagt er.

Hugh sagt, dass die Charge Anfang 2022 bewertet werden wird, wenn sie ein Jahr lang im Fass gereift ist. "Das sollte uns einen Eindruck davon vermitteln, wie sich die Spirituose als voll ausgereiftes Produkt entwickeln wird", sagt er und fügt hinzu, dass die gesetzliche Vorgabe für eine Spirituose, die als Brandy bezeichnet werden darf, zwei Jahre im Fass beträgt.

Rauchgeschädigter Wein hat im Allgemeinen einen unangenehmen aschigen, verbrannten oder chemisch anmutenden Geschmack. Der Rauchgeschmack kann durch eine Aktivkohleschönung entfernt werden, die jedoch oft auch die guten Eigenschaften des Weins zerstört. Hugh und Simon hoffen, dass ein Brandy oder Gin mit gezieltem Rauchgeschmack, wenn das Experiment erfolgreich ist, bei den Verbrauchern gut ankommt. Das könnte auch anderen Erzeugern in den vom Buschfeuer betroffenen Gebieten zeigen, dass es eine alternative Verwendung für Trauben gibt, die sonst als unbrauchbar gelten.

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