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Schulexperiment: Farben statt Noten

Kinder werden von schlechten Noten nur demotiviert, meint Marius Ettlinger, Leiter der Primarschule Rotmonten-Gerhalde im Schweizer Kanton St. Gallen. Er setzt auf ein neues Bewertungssystem - mit Farben. So bekommen die Drittklässler Klassenarbeiten mit Farben statt mit Noten zurück. Die schlechteste Farbe dabei ist Braun, die beste Gelb.
Ettlinger: „Wenn ein Kind eine schlechte Note bekommt, hat es sofort das Gefühl, versagt zu haben. Und genau das wollen wir vermeiden. Wir wollen lieber den Blick nach vorn richten, auf das Positive. Die Farbe Braun steht für 'Das klappt noch nicht. Ich brauche Hilfe.' Und genau so steht es auch unter dem Test. Die Farben ergänzen nur die schriftliche Rückmeldung und sind an das Wachstum einer Pflanze angelehnt. Braun steht für die Erde - und aus der kann schließlich was Gutes gedeihen. Grün heißt: 'Das gelingt mir teilweise. Ich muss noch üben'. Dann kommt Orange für 'Das kann ich schon gut' und Gelb für 'Das beherrsche ich'. Bei uns bekommt jeder Schüler zum Schulanfang eine Sonnenblume geschenkt, deshalb liegt dieses Farbschema nahe. An anderen Schulen werden zum Beispiel Smileys verteilt, aber da haben wir uns bewusst dagegen entschieden, weil ein trauriges Gesicht auch wieder negativ ist.“
Gedacht sei das neue Bewertungssystem zunächst für die dritte und die vierte Klasse, aber auch für die Fünft- und Sechstklässler werde man sich in den nächsten Jahren Gedanken machen müssen.