Frisch aufgetragen

+++ Frisch aufgetragen +++

Bilanz der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie 2019

Hinter der deutschen Farbenindustrie liegt ein enttäuschendes Geschäftsjahr. Der Präsident des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. Peter Jansen musste in Frankfurt/Main negative Zahlen für die rund 200 Mitgliedsunternehmen präsentieren. Die Branche stehe unter Druck und folge damit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

In der Bilanz für 2019 zeige sich die große Bandbreite der überwiegend mittelständisch geprägten Farbenindustrie: Bei der verkauften Menge erwartet der VdL für 2019 einen Rückgang um 3 Prozent auf 1.625 Tausend Tonnen Lacke und Farben. Dieser Rückgang werde sich voraussichtlich in abgeschwächter Form fortsetzen und in der Prognose für 2020 zu einem Verbrauch von 1.605 Tausend Tonnen (-1,2 Prozent) führen. Der Umsatz der in Deutschland verkauften Lacke, Farben und Druckfarben ging 2019 gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent zurück und betrug gut 5,33 Mrd. Euro. Im laufenden Jahr erwartet der VdL nur einen ganz leichten Anstieg um 0,4 Prozent auf knapp 5,35 Mrd. Euro.

Bautenanstrichmittel

Auch wenn das Malerhandwerk ein deutliches Plus verbucht – die Farbenhersteller können diesem Auftragsboom kaum folgen: Bei den Umsätzen im Profibereich inklusive Putze und Spachtel erwartet der VdL für 2019 eine Seitwärtsbewegung bei rückläufigem Volumen. Dabei nehmen die Umsätze der Innenwandfarben, Spachtel und Putze zu, während Fassadenfarben, Lacke und der Bereich Holzschutz einen deutlichen Rücklauf aufweisen.
Farben und Lacke für den Do-it-yourself-Sektor haben in der ersten Jahreshälfte zugelegt. Dieser Zuwachs ging in der 2. Jahreshälfte verloren, so dass am Jahresende ein Rückgang im Volumen von 1 Prozent zu Buche steht. Auch hier haben die Innenwandfarben deutlich besser abgeschnitten, als die übrigen Segmente.

Auffällig der deutliche Rückgang der Verkaufsmenge bei Autoserienlacken mit -9,5 Prozent. Das entspreche in etwa dem Rückgang der Pkw-Produktion.

Der VdL erwartet für das Jahr 2020 keine wesentlichen Verbesserungen. „Ein Lichtblick ist im Bereich der Automobillacke, dessen Negativtrend nach den aktuellen Prognosen gestoppt werden kann. Auch der Abwärtstrend bei den Druckfarben wird sich vermutlich verlangsamen“, stellt Jansen in Aussicht. Die Umsätze bei den Performance Coatings würden nach heutiger Prognose deutlich im Plus landen, was überwiegend auf Preiseffekte zurückzuführen ist. Die Bautenfarben und -lacke treten 2020 ebenfalls auf der Stelle.