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„Jeder soll im Herbst die Möglichkeit haben am ,Stammtisch der Branche’ Platz zu nehmen“ – Kurzinterview mit Andrea Kalrait

Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die Messelandschaft. „Die BrauBeviale im November wird den Zusatz ,Special Edition' erhalten“, so Andrea Kalrait, Projektleiterin der BrauBeviale bei der NürnbergMesse. Im Gespräch mit „Frisch eingeschenkt“ erläutert sie die Planungen und Hintergründe für die „besondere“ Ausgabe der BrauBeviale in diesem Herbst.

Frisch eingeschenkt: Im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen wurde das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober verlängert. Was bedeutet das für Messen in Deutschland?

Andrea Kalrait: Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist es zu wissen, dass Messen nicht in die Kategorie Großveranstaltungen eingeordnet sind. Und zwar laut einem Beschluss von Bund und Ländern bereits seit dem 6. Mai 2020. Demnach steht es in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer, die Durchführung von Messen zu ermöglichen. Für Bayern gilt, dass ab dem 1. September 2020 wieder Messen stattfinden dürfen.

Frisch eingeschenkt: Welche Auswirkungen hat das auf die BrauBeviale 2020?

Kalrait: Für die BrauBeviale bedeutet das, dass ein mit den zuständigen Behörden abgestimmtes Sicherheits- und Hygienekonzept ausgearbeitet wurde. Hier haben die vier Messeveranstalter Bayerns – Messe München, Messe Augsburg, AFAG und NürnbergMesse – eng zusammengearbeitet. Das Konzept wurde nun in der Kabinettssitzung vom 23. Juni finalisiert und verabschiedet. Jetzt hat das BrauBeviale-Team sozusagen den Startschuss erhalten, den Branchentreff im November vorzubereiten und veranstalten zu können. Das bedeutet, dass wir sowohl Ausstellern als auch Besuchern deutlich mehr Klarheit vermitteln können, was sie im Herbst erwartet. Denn letztlich hat die Sicherheit unserer Kunden, Aussteller wie Besucher, höchste Priorität.

 

Wir haben bereits in den letzten Wochen das komplette Konzept für die Veranstaltung überarbeitet und es wird viele Neuerungen und Veränderungen in diesem Jahr geben.

 

Frisch eingeschenkt: Sie planen also den Stammtisch der Branche dieses Jahr stattfinden zu lassen...

Kalrait: Ja, aber es geht ja gar nicht darum, was wir, die Messe, möchten, sondern, was die Branche möchte. Wir stehen natürlich seit Beginn der Pandemie im ständigen Austausch mit unseren Ausstellern, Besuchern und Partnern. Und der Wunsch nach einem physischen Treffen war grundsätzlich stark herauszuhören. Immerhin wird es in diesem Jahr wohl die einzige große Veranstaltung dieser Art weltweit für die Getränkebranche sein. Natürlich wird es nicht die BrauBeviale sein, die wir alle kennen und lieben. Die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Sicherheits- und Hygienekonzept wird sowohl Aussteller als auch Besucher und das Rahmenprogramm betreffen. Es geht darum, verantwortungsbewusst mit der Situation umzugehen und für die Sicherheit unserer Kunden zu sorgen, ihnen die Sicherheit zu geben, dass sie ohne Bedenken im November nach Nürnberg reisen können. Wir haben bereits in den letzten Wochen das komplette Konzept für die Veranstaltung überarbeitet und es wird viele Neuerungen und Veränderungen in diesem Jahr geben. Daher wird die BrauBeviale im November auch den Zusatz „Special Edition“ erhalten. Unser Ziel: Die Branche möchte sich treffen, austauschen und in die Zukunft blicken – und die BrauBeviale „Special Edition“ bietet hierzu die Möglichkeit.

Frisch eingeschenkt: Große wie kleine Betriebe aus der Prozesskette der Brau- und Getränkebranche haben mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen. Welche Rückmeldungen bekommen Sie von Ihren Kunden?

Kalrait: Die allgemeine Lage ist natürlich individuell von vielen Faktoren abhängig. Zunächst einmal bin ich dankbar, dass niemand in meinem beruflichen – und privaten – Umfeld erkrankt ist. Ich bin immer froh zu hören, dass es jemandem gesundheitlich gut geht. Wie es wirtschaftlich aussieht, ist sehr gespalten. Ohne Frage, die Brau- und Getränkebranche ist auf Grund der fehlenden Gastronomie-Leistungen und des Verbots von Veranstaltungen wie Volksfesten, Festivals, etc. sehr stark betroffen. Auf der anderen Seite hören wir aber auch immer wieder Stimmen, die sagen, jetzt ist die richtige Zeit sich neu zu sortieren und zu investieren, um dann in Zukunft weiterhin gut aufgestellt zu sein. Nicht zu vergessen auch diejenigen Unternehmen, die sogar von der aktuellen Situation profitieren konnten. Ich denke, auch in unserer Branche ist da alles dabei und hoffe, dass sowohl die großen als auch die kleinen Betriebe so bald wie möglich wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken können.

 

Parallel zu den Maßnahmen vor Ort planen wir eine digitale Erweiterungsform der Messeteilnahme für diejenigen, die tatsächlich nicht nach Nürnberg kommen dürfen oder möchten.

 

Frisch eingeschenkt: Wie reagieren Sie mit Ihrem Messekonzept auf die derzeit äußert dynamische Lage?

Kalrait: Es ist in der Tat nicht ganz einfach, in der aktuellen Situation eine Messe für November zu planen. Wir haben, als wir mit der Ausarbeitung des neuen Konzeptes Ende April begonnen haben, eher strenge Vorgaben für unsere Prämissen herangezogen. Hierfür haben wir die bis dahin vorliegenden Erkenntnisse aus anderen Branchen berücksichtigt. Das nun vorliegende Hygienekonzept der Bayerischen Staatsregierung bestätigt uns in dieser Vorgehensweise. Maßnahmen, die im Herbst greifen werden, sind unter anderem erhöhte Hygienevorschriften auf dem Gelände und den Messeständen, Abstandsvorgaben und die Nachverfolgbarkeit. Das klingt jetzt alles sehr formell, aber da wir genau diese Regelungen ja alle bereits seit ein paar Wochen in nahezu allen anderen Lebensbereichen erleben, bin ich mir sicher, dass wir uns bis November bereits daran gewöhnt haben. Die Maßnahmen, die nun für Messen umgesetzt werden, haben sich bereits bewährt und sind größtenteils bekannt und gelernt. Parallel zu den Maßnahmen vor Ort planen wir eine digitale Erweiterungsform der Messeteilnahme für diejenigen, die tatsächlich nicht nach Nürnberg kommen dürfen – Stichwort Reisebeschränkungen – oder möchten. Jeder soll im Herbst die Möglichkeit haben am „Stammtisch der Branche“ Platz zu nehmen – ob vor Ort oder virtuell.

Frisch eingeschenkt: Die Branche darf sich also auf eine etwas andere BrauBeviale 2020 einstellen...

Kalrait: Richtig! Sowohl wir, als auch unsere Aussteller und Besucher müssen sich etwas mehr und etwas anders vorbereiten auf diese „Special Edition“. Ich denke, dass die ganze Situation neben den Herausforderungen auch viele Chancen bietet. Und mit der wohl einzigen Gelegenheit sich in diesem Jahr mit Kollegen, Partnern und Freunden physisch zu treffen und austauschen zu können, wird auch ein großes menschliches Bedürfnis erfüllt. Denn darauf warten wir doch beinahe alle nach Monaten des Lockdown sehnsüchtig. Die BrauBeviale 2020 wird in diesem Jahr unter dem Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts der Branche stehen.


Andrea Kalrait (Bild: NürnbergMesse)

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„Jeder soll im Herbst die Möglichkeit haben am ,Stammtisch der Branche’ Platz zu nehmen“ – Kurzinterview mit Andrea Kalrait

Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die Messelandschaft. „Die BrauBeviale im November wird den Zusatz ,Special Edition' erhalten“, so Andrea Kalrait, Projektleiterin der BrauBeviale bei der NürnbergMesse. Im Gespräch mit „Frisch eingeschenkt“ erläutert sie die Planungen und Hintergründe für die „besondere“ Ausgabe der BrauBeviale in diesem Herbst.

Frisch eingeschenkt: Im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen wurde das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober verlängert. Was bedeutet das für Messen in Deutschland?

Andrea Kalrait: Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist es zu wissen, dass Messen nicht in die Kategorie Großveranstaltungen eingeordnet sind. Und zwar laut einem Beschluss von Bund und Ländern bereits seit dem 6. Mai 2020. Demnach steht es in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer, die Durchführung von Messen zu ermöglichen. Für Bayern gilt, dass ab dem 1. September 2020 wieder Messen stattfinden dürfen.

Frisch eingeschenkt: Welche Auswirkungen hat das auf die BrauBeviale 2020?

Kalrait: Für die BrauBeviale bedeutet das, dass ein mit den zuständigen Behörden abgestimmtes Sicherheits- und Hygienekonzept ausgearbeitet wurde. Hier haben die vier Messeveranstalter Bayerns – Messe München, Messe Augsburg, AFAG und NürnbergMesse – eng zusammengearbeitet. Das Konzept wurde nun in der Kabinettssitzung vom 23. Juni finalisiert und verabschiedet. Jetzt hat das BrauBeviale-Team sozusagen den Startschuss erhalten, den Branchentreff im November vorzubereiten und veranstalten zu können. Das bedeutet, dass wir sowohl Ausstellern als auch Besuchern deutlich mehr Klarheit vermitteln können, was sie im Herbst erwartet. Denn letztlich hat die Sicherheit unserer Kunden, Aussteller wie Besucher, höchste Priorität.

 

Wir haben bereits in den letzten Wochen das komplette Konzept für die Veranstaltung überarbeitet und es wird viele Neuerungen und Veränderungen in diesem Jahr geben.

 

Frisch eingeschenkt: Sie planen also den Stammtisch der Branche dieses Jahr stattfinden zu lassen...

Kalrait: Ja, aber es geht ja gar nicht darum, was wir, die Messe, möchten, sondern, was die Branche möchte. Wir stehen natürlich seit Beginn der Pandemie im ständigen Austausch mit unseren Ausstellern, Besuchern und Partnern. Und der Wunsch nach einem physischen Treffen war grundsätzlich stark herauszuhören. Immerhin wird es in diesem Jahr wohl die einzige große Veranstaltung dieser Art weltweit für die Getränkebranche sein. Natürlich wird es nicht die BrauBeviale sein, die wir alle kennen und lieben. Die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Sicherheits- und Hygienekonzept wird sowohl Aussteller als auch Besucher und das Rahmenprogramm betreffen. Es geht darum, verantwortungsbewusst mit der Situation umzugehen und für die Sicherheit unserer Kunden zu sorgen, ihnen die Sicherheit zu geben, dass sie ohne Bedenken im November nach Nürnberg reisen können. Wir haben bereits in den letzten Wochen das komplette Konzept für die Veranstaltung überarbeitet und es wird viele Neuerungen und Veränderungen in diesem Jahr geben. Daher wird die BrauBeviale im November auch den Zusatz „Special Edition“ erhalten. Unser Ziel: Die Branche möchte sich treffen, austauschen und in die Zukunft blicken – und die BrauBeviale „Special Edition“ bietet hierzu die Möglichkeit.

Frisch eingeschenkt: Große wie kleine Betriebe aus der Prozesskette der Brau- und Getränkebranche haben mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen. Welche Rückmeldungen bekommen Sie von Ihren Kunden?

Kalrait: Die allgemeine Lage ist natürlich individuell von vielen Faktoren abhängig. Zunächst einmal bin ich dankbar, dass niemand in meinem beruflichen – und privaten – Umfeld erkrankt ist. Ich bin immer froh zu hören, dass es jemandem gesundheitlich gut geht. Wie es wirtschaftlich aussieht, ist sehr gespalten. Ohne Frage, die Brau- und Getränkebranche ist auf Grund der fehlenden Gastronomie-Leistungen und des Verbots von Veranstaltungen wie Volksfesten, Festivals, etc. sehr stark betroffen. Auf der anderen Seite hören wir aber auch immer wieder Stimmen, die sagen, jetzt ist die richtige Zeit sich neu zu sortieren und zu investieren, um dann in Zukunft weiterhin gut aufgestellt zu sein. Nicht zu vergessen auch diejenigen Unternehmen, die sogar von der aktuellen Situation profitieren konnten. Ich denke, auch in unserer Branche ist da alles dabei und hoffe, dass sowohl die großen als auch die kleinen Betriebe so bald wie möglich wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken können.

 

Parallel zu den Maßnahmen vor Ort planen wir eine digitale Erweiterungsform der Messeteilnahme für diejenigen, die tatsächlich nicht nach Nürnberg kommen dürfen oder möchten.

 

Frisch eingeschenkt: Wie reagieren Sie mit Ihrem Messekonzept auf die derzeit äußert dynamische Lage?

Kalrait: Es ist in der Tat nicht ganz einfach, in der aktuellen Situation eine Messe für November zu planen. Wir haben, als wir mit der Ausarbeitung des neuen Konzeptes Ende April begonnen haben, eher strenge Vorgaben für unsere Prämissen herangezogen. Hierfür haben wir die bis dahin vorliegenden Erkenntnisse aus anderen Branchen berücksichtigt. Das nun vorliegende Hygienekonzept der Bayerischen Staatsregierung bestätigt uns in dieser Vorgehensweise. Maßnahmen, die im Herbst greifen werden, sind unter anderem erhöhte Hygienevorschriften auf dem Gelände und den Messeständen, Abstandsvorgaben und die Nachverfolgbarkeit. Das klingt jetzt alles sehr formell, aber da wir genau diese Regelungen ja alle bereits seit ein paar Wochen in nahezu allen anderen Lebensbereichen erleben, bin ich mir sicher, dass wir uns bis November bereits daran gewöhnt haben. Die Maßnahmen, die nun für Messen umgesetzt werden, haben sich bereits bewährt und sind größtenteils bekannt und gelernt. Parallel zu den Maßnahmen vor Ort planen wir eine digitale Erweiterungsform der Messeteilnahme für diejenigen, die tatsächlich nicht nach Nürnberg kommen dürfen – Stichwort Reisebeschränkungen – oder möchten. Jeder soll im Herbst die Möglichkeit haben am „Stammtisch der Branche“ Platz zu nehmen – ob vor Ort oder virtuell.

Frisch eingeschenkt: Die Branche darf sich also auf eine etwas andere BrauBeviale 2020 einstellen...

Kalrait: Richtig! Sowohl wir, als auch unsere Aussteller und Besucher müssen sich etwas mehr und etwas anders vorbereiten auf diese „Special Edition“. Ich denke, dass die ganze Situation neben den Herausforderungen auch viele Chancen bietet. Und mit der wohl einzigen Gelegenheit sich in diesem Jahr mit Kollegen, Partnern und Freunden physisch zu treffen und austauschen zu können, wird auch ein großes menschliches Bedürfnis erfüllt. Denn darauf warten wir doch beinahe alle nach Monaten des Lockdown sehnsüchtig. Die BrauBeviale 2020 wird in diesem Jahr unter dem Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts der Branche stehen.


Andrea Kalrait (Bild: NürnbergMesse)

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